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Nachlese: Tagung EUropa in der Schule 2026

Die Jahrestagung widmete sich heuer dem Thema: Desinformation entgegenwirken. Demokratie stärken. Sie fand am 13. März 2026 in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Salzburg in den Räumlichkeiten der PH statt.

 

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Teilnehmende im Großen Hörsaal der PH Salzburg, auf der Leinwand ist Helmut Brandstätter zu sehen.

 

An die 100 SchulleiterInnen, Lehrkräfte und MultiplikatorInnen informierten sich und diskutierten unter anderem zu folgenden Fragestellungen:

  • Welche Maßnahmen setzt die Europäische Union gegen Desinformation?
  • Wie lässt sich Desinformation im Unterricht wirksam bearbeiten?
  • Welche Impulse können von Demokratiebildung und Digital Citizenship Education
    ausgehen?
  • Wie hilft Medienkompetenz, demokratische Werte zu stärken und besser mit Desinformation umzugehen?

Der Nachmittag stand im Zeichen des Austauschs zu Bildungsangeboten im Umgang mit Desinformation und zu Angeboten im Bereich Europabildung. 

 

Durch den Tag führte Patricia HLADSCHIK von Zentrum polis.

 

Begrüßungsworte sprachen als Gastgeberin Daniela MARTINEK, Rektorin der PH Salzburg, Kristina MANDL vom Bildungsministerium und Maximilian MÜLLER von der Vertretung der Europäischen Kommission. 

 

 Daniela MARTINEK betonte in ihren Begrüßungsworten, dass in der LehrerInnenbildung stets neue, innovative Zugänge gefunden werden müssen, um junge Menschen für Themen zu begeistern. Die Tagung biete eine wichtige Gelegenheit, das Thema Desinformation breit zu denken und gemeinsam zu diskutieren.

 Kristina MANDL hob hervor, dass es gerade im Schulalltag von großer Bedeutung sei, regelmäßig neue Impulse von außen zu erhalten. Dafür dankte sie dem Organisationsteam der Tagung. Gerade in herausfordernden Zeiten sei es besonders wichtig, jungen Menschen Wissen und Werte zu vermitteln, ihnen Selbstwirksamkeit zu ermöglichen und Demokratie greifbar zu machen. Dies könne unter anderem durch die Stärkung der Schulpartnerschaft, den Ausbau demokratischer Strukturen an Schulen sowie durch die Einführung von Unterrichtsgegenständen wie „Medien- und Demokratiebildung“ erreicht werden. 

 Maximilian MÜLLER wies darauf hin, dass die Europäische Kommission ein großes Interesse daran habe, Medienkompetenz, kritisches Denken und demokratische Kompetenzen junger Menschen zu stärken. Lehrkräfte würden dabei gezielt unterstützt, etwa durch ein Handbuch mit Leitlinien zum Umgang mit Desinformation und zur Förderung digitaler Kompetenzen. Abschließend bedankte er sich bei den PädagogInnen und allen Engagierten im Netzwerk, die mit ihrer täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass junge Menschen Informationen nicht nur aufnehmen, sondern auch reflektiert einordnen können.

 

 Helmut BRANDSTÄTTER ist Europaabgeordneter und sitzt unter anderem in den Ausschüssen für auswärtige Angelegenheiten sowie jenem für den Europäischen Schutzschild für die Demokratie. Er wurde online zugeschaltet und gab in seinem Impulsvortrag einen umfassenden Überblick über die Maßnahmen der EU gegen Desinformation und für die Resilienz von Demokratien. Er ging unter anderem auf den Europäischen Schutzschild für die Demokratie (European Democracy Shield), das Gesetz über digitale Dienste (Digital Service Act) sowie das neue Europäische Zentrum für demokratische Resilienz (European Centre for Democratic Resilience) ein – alles Maßnahmen und Initiativen, die dazu beitragen sollen, in der gesamten Europäischen Union starke und widerstandsfähige Demokratien zu erhalten und zu fördern. Anschließend beantwortete er die vielen Fragen des interessierten Publikums, etwa wie AI stärker reguliert werden kann, wie die EU Maßnahmen in den sozialen Medien durchsetzen kann, da viele der meist genutzten Plattformen von amerikanischen Unternehmen geführt werden, wie belastbar die aktuellen Bemühungen sind, wenn es in der EU zu anderen politischen Mehrheiten kommt.

 

 Agnes GOTTHARDT, Medienpädagogin, zeigte, wie die Förderung von Medienkompetenz zur Stärkung von Resilienz und Demokratie beiträgt. Sie betonte, dass Extremismus zunimmt und demokratische Werte gefährdet, wobei Künstliche Intelligenz und soziale Medien, als nicht neutrale Informationsquellen, eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig nutzen bereits 72 % der Jugendlichen KI zur Informationssuche. Daher sei es entscheidend, Medienkompetenz früh zu fördern, etwa durch Quellenkritik, das Verständnis von Plattformmechanismen und Wissen über Propaganda. Wichtige Grundlagen bilden dabei die 4 K (Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation und Kollaboration), die durch Methoden wie Fake-News-Simulationen, Faktenchecks und Debatten gestärkt werden können. Unterstützt wird dies durch Initiativen wie „Saferinternet – Starke Schule, starke Gesellschaft“ sowie Angebote der Pädagogischen Hochschulen und anderer Organisationen.

 

Medienkompetenz. Resilienz fördern, Demokratie stärken [Präsentation, pdf, 1,7 MB]

 

Mittels Slido wurde vor der Diskussion eine kurze Umfrage durchgeführt:

  • Ab wann ist es Ihrer Meinung nach sinnvoll, mit Medienbildung zu beginnen? (Kindergartenalter, Volksschulalter, Sekundarstufe I)
  • Wie präsent ist das Thema Desinformation im Schulalltag/in Ihrer Arbeit? (1 Sehr | 5 gar nicht) ( Ergebnisse siehe rechte Spalte)

In der lebendigen Diskussion mit Agnes GOTTHARDT und Petra STOLBA (Europäisches Parlament) wurden viele weitere Aspekte angesprochen: u.a. ab welchem Alter Medienbildung ansetzen soll, die Bedeutung von Elternbildung, gesetzliche Altersgrenzen für soziale Medien.

 

Am Nachmittag wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen geteilt.

Während Gruppe 1 sich in Form eines Slow-Datings über folgende Themen informieren konnte ...

Die Manosphere verstehen: Wie wir Jugendliche gegen gefährliche
Vorbilder und Desinformation stärken können, 
Kristina KARL (Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen)

Handout: Manosphere [pdf, 811 KB]
Kristina Karl kommt als Wissenschaftsbotschafterin direkt an die Schule.

Im Labyrinth der Falschmeldungen: Medienkompetenz für junge Menschen. Angebote des Europäischen Parlaments für Schulen, Petra STOLBA (Europäisches Parlament)

Buchung "Bad News Game" im Erlebnis Europa

Stärkung von Friedenskompetenzen im digitalen Raum: "Good News – Bad News – Fake News" & "Digitale Zivilcourage", Barbara SIEBERTH (Friedensbüro Salzburg)

Workshopangebote für Schulen | Online Bildungsangebote für PädagogInnen

Jungen Menschen Europa lebensnah vermitteln – Angebote für Schulen, Anna KIERNER (EUROPE DIRECT Salzburg)

Handout: EUinSchulen.pdf

Website-Angebote: Europa in Salzburgs Schulen - Land Salzburg

Website: EuropeDirect – Land Salzburg

Virtuelles Escape Room Spiel: Game | Escape Fake

Planspiel für die Schule: „Die EU und Fake News“, Luisa KUGLER (EUROPE DIRECT Augsburg)

EuropeDirect – Augsburg | Digitale EU-Bildungsangebote

"Kein Fake alles Fakten? – KI Tools gegen Desinformation", Pamina OESTREICHER (EUROPE DIRECT München)

EuropeDirect – München | Europa zum Nachlese

TRULY – Anti Fake News App | Nexus Politics – Digitale Demokratie Plattform

 

... beschäftigte sich Gruppe 2 in einem Workshop mit dem Thema "Debunk the Fake – mit game-based learning Methoden Medienkompetenz stärken". Dieser wurde von Anna Maria EDER-JAHN vom Zentrum für Medien und Digitalisierung der Pädagogischen Hochschule abgehalten.   Präsenation Debunk the Fake [pdf, 198 KB]

 

Dossier Europa | Europäische Union

Dossier Extremismus

Dossier Desinformation

Dossier  Hass im Netz


Slido Umfrage

Ergebnis Slidoumfrage: Ab wann ist es Ihrer Meinung nach sinnvoll, mit Medienbildung zu beginnen?Ergebnis Slidoumfrage: Wie präsent ist das Thema Desinformation im Schulalltag/in Ihrer Arbeit? (1 Sehr | 5 gar nicht)

 


polis aktuell Heft

Cover polis aktuell 1/2026: Demokratie Lernen von Anfang an

 


 

Das Netzwerk EUropa in der Schule ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der Vertretung der Europäischen Kommission, des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in Österreich und wird von Zentrum polis koordiniert.

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