Geschichte steuern, Zukunft verstehen
| Dauer | 1 bis 2 Unterrichtseinheiten |
| Schulstufe | ab der 11. Schulstufe |
| Methodisch-didaktische Hinweise |
Zweiter Weltkrieg Die SchülerInnen sollen durch das Szenario „World War II“ erfahren, wie politische, wirtschaftliche und militärische Entscheidungen in dieser historischen Simulation ineinandergreifen. Sie analysieren AkteurInneninteressen, vergleichen reale und alternative historische Verläufe und reflektieren, wie politische Entscheidungen zu Eskalation, Kooperation oder Veränderung europäischer Machtverhältnisse führen. |
| Prompt | Die SchülerInnen spielen als Vereinigtes Königreich mit dem Schwierigkeitsgrad Normal und verwenden folgenden Prompt: "Strengthen the Royal Navy and station a patrol group in the North Sea to monitor German activity. Stabilize the pound by strengthening ties with Commonwealth markets." |
| Material | Das Spiel ist kostenpflichtig, für den Unterrichtsbeitrag reicht allerdings das zur Verfügung gestellte Startguthaben aus. www.paxhistoria.co/games |
| Kompetenzen | politische Handlungs- und Urteilskompetenz |
| Quelle/Autorin |
aus Mit der KI in der Politischen Bildung spielen. Spielen mit – durch – über KI | Autorin: Anja Hafner |
| Aktualisiert | 21.4.2026 |
Ablaufbeschreibung
Thematische Hinführung
Das Szenario "World War II" eröffnet SchülerInnen einen handlungsorientierten Zugang zu den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Dynamiken der Vorkriegszeit und des Zweiten Weltkriegs.
- Geschichte erscheint dabei nicht als vorgegebene Abfolge feststehender Ereignisse, sondern als offener Prozess, geprägt von divergierenden Interessen, asymmetrischen Machtressourcen und unsicheren Rahmenbedingungen.
- Durch eigenes Entscheiden erleben die Lernenden, wie verschiedene Faktoren ineinander greifen und welche Konsequenzen selbst kleine strategische Schritte nach sich ziehen können.
Spielgeschehen
- Zu Beginn der Unterrichtssequenz wird das Vorwissen der SchülerInnen über die politische Lage Europas in den 1930er-Jahren aktiviert. Die Lehrperson ergänzt zentrale Elemente wie wirtschaftliche Unsicherheit, politische Instabilität und das Erstarken autoritärer Regime.
- Anschließend erhalten die Lernenden einen Überblick über die Situation Großbritanniens im Jahr 1935, insbesondere über seine angespannte wirtschaftliche Lage, die stark friedensorientierte öffentliche Meinung und die daraus motivierte Appeasement-Politik.
- Daraufhin starten die Lernenden das Szenario "World War II" in der Rolle des Vereinigten Königreichs und verwenden folgenden Prompt: "Strengthen the Royal Navy and station a patrol group in the North Sea to monitor German activity. Stabilize the pound by strengthening ties with Commonwealth markets."
- Anschließend wird das Spiel um ein Jahr vorgespult, sodass die KI eine aktualisierte geopolitische Lage erzeugt. Auf dieser Grundlage reagieren die SchülerInnen wie Staatsoberhäupter, treffen politische, wirtschaftliche und diplomatische Entscheidungen und können bewusst alternative Wege einschlagen, um unterschiedliche historische Entwicklungen auszuprobieren. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, jederzeit in laufende Generierungsprozesse der KI einzugreifen, wenn sie akut auf Ereignisse reagieren möchten. Auch diplomatische Chats können im Spiel genutzt werden, um Allianzen auszuhandeln, Forderungen zu formulieren oder Konflikte zu entschärfen. Dadurch entsteht ein fortlaufender Entscheidungsprozess, der die Komplexität politischer Handlungsspielräume erfahrbar macht.
- Zum Zweck der Multiperspektivität kann eine zweite Gruppe das Szenario parallel als Sowjetunion spielen. Sie beginnt mit dem Prompt: "Advance the Five-Year Plan with priority on heavy industry and military logistics."
- Im Plenum werden abschließend beide Spielerfahrungen gegenübergestellt, um unterschiedliche Ausgangslagen, Bedrohungsperzeptionen und strategische Optionen sichtbar zu machen.
- Die Lehrperson ordnet die Spielergebnisse historisch ein, ohne sie als exakte Rekonstruktion realer Abläufe zu interpretieren. Ziel ist es, politische Entscheidungsprozesse und ihre begrenzte Steuerbarkeit sichtbar zu machen.
- Optional kann eine schriftliche Reflexion folgen, in der die Bedeutung verantwortungsvoller politischer Entscheidungen diskutiert wird, oder eine Podcastfolge aufgenommen werden, in der SchülerInnen die Rolle eines Staatsoberhaupts einnehmen, aus dieser Perspektive ihre Aktionen beschreiben und die KI-generierten Folgen reflektieren.
