Am 6. Mai 2026 nahmen mehr als 120 Studierende, SchülerInnen, PädagogInnen sowie Erasmus-Studierende aus Spanien und der Ukraine an der Fortbildung zur demokratischen Schulgestaltung in den Räumlichkeiten der Pädagogischen Hochschule Kärnten teil. Die große Beteiligung unterstrich die Aktualität und Bedeutung demokratischer Bildung im schulischen Kontext.
Josefine SCHERLING, Sonja KOSCHIER von der PH Kärnten und Markus PLASENCIA-KANZLER von Panthersie für Europa führten durch das abwechslungsreiche Programm. Dabei übernahm Sonja KOSCHIER, wie bereits in den vergangenen Jahren, auch die Moderation einzelner Programmpunkte in slowenischer Sprache.
Vizerektorin Dagmar UNTERKÖFLER-KLATZER betonte in ihren Begrüßungsworten, dass es ein zentrales Bildungsanliegen sei, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, sich zu verantwortungsbewussten, reflektierten und aktiven BürgerInnen zu entwickeln. Sie verwies darauf, dass das Recht auf Partizipation auch in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben ist. Gerade angesichts der zunehmenden Bedrohung grundlegender Werte wie Frieden, Gleichberechtigung und Menschenrechte komme der Politischen Bildung und Demokratiebildung eine immer wichtigere Rolle zu. Besonders dankte sie den ReferentInnen und Teilnehmenden, die mit ihren Beiträgen aufzeigten, wie Demokratie in der Schule nicht nur vermittelt, sondern auch konkret erfahr- und erlebbar gemacht werden kann.
Patricia HLADSCHIK, Leiterin von Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule, beleuchtete in ihrem Input Schule als demokratischer Lernraum zentrale Grundlagen Politischer Bildung im österreichischen Schulsystem. Thematisiert wurden insbesondere das Unterrichtsprinzip beziehungsweise das übergreifende Thema Politische Bildung, unterschiedliche Formen der Schuldemokratie sowie Möglichkeiten schulischer Partizipation von SchülerInnen, Eltern und Lehrpersonen. Anschaulich wurde aufgezeigt, dass demokratische Kompetenzen nicht allein durch Wissensvermittlung entstehen, sondern auch durch gelebte demokratische Erfahrungen im Schulalltag. Mitbestimmung bei der Gestaltung von Klassenräumen, gemeinsames Entscheiden über Projekte oder die aktive Beteiligung an schulischen Prozessen fördern Selbstwirksamkeit und demokratisches Denken. Reflexionsfragen zu persönlichen Erfahrungen mit Demokratie und Mitbestimmung in der eigenen Schulzeit regten die Teilnehmenden zu einer lebendigen Diskussion an.
Ausgehend von unterschiedlichen Beteiligungsformen und den Stufen der Partizipation reflektierten die Teilnehmenden anschließend in Kleingruppen verschiedene Formen der Mitbestimmung im privaten und schulischen Umfeld. Durch den intensiven Austausch entstand eine praxisnahe und zugleich persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema demokratische Beteiligung.
Markus PLASENCIA-KANZLER, Gründer und Projektleiter von Panthersie in Europa, veranschaulichte in seinem Vortrag eindrucksvoll, welche Bedeutung bereits die Gestaltung von Räumen für demokratische Prozesse haben kann. Er bezog sich bei seinen Ausführungen unter anderem auf den amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey (1859–1952), der Demokratie als Lebensform verstand und aktive Teilhabe, soziales Miteinander sowie das Festhalten an demokratischen Werten als grundlegende Voraussetzungen einer demokratischen Gesellschaft sah.
Darüber hinaus stellte er zahlreiche kreative Methoden vor, die in der Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt werden können, um unterschiedliche Perspektiven auf Europa sichtbar zu machen und demokratische Prozesse greifbar werden zu lassen. Ziel sei es, jungen Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, um die Bedeutung einer starken Demokratie zu erkennen und selbst aktiv gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Unter anderem stellte er auch alternative Formen der Konsensfindung, etwa Ansätze der Soziokratie, die gemeinschaftliche Entscheidungsprozesse jenseits reiner Mehrheitsentscheidungen ermöglichen, vor.
Bereichert wurde die Fortbildung durch drei Podcast-Beiträge der Studierenden (Lehramt Primarstufe 6. Semester) und der Erasmus-Studierenden, die zwischen den Inputs eingespielt wurden. Die Studierenden hatten diese gemeinsam mit Markus PLASENCIA-KANZLER bereits im Vorfeld erarbeitet und präsentierten darin auf kreative Weise ihre persönlichen Zugänge zur demokratischen Schulgestaltung. Durch die Einbindung der Podcasts entstanden immer wieder neue Impulse für Reflexion und Diskussion.

