"Lass mal ChatGPT fragen"
| Dauer | 2 Unterrichtseinheiten |
| Schulstufe | ab der 9. Schulstufe |
| Methodisch-didaktische Hinweise |
der Einfluss von Prompting auf die KI-Antwort Die SchülerInnen sollen durch diese Einheit lernen, dass KI keine unvoreingenommene Informationsquelle darstellt. Sie können spielerisch erproben, wie die Formulierung eines Prompts die Antwort der KI verändert. So wird kritisches Denken hinsichtlich KI als Informationsquelle gefördert und Prompt-Design als Skill trainiert. |
| Material |
Standard-Artikel über eine Studie zu KI und russischer Staatspropaganda |
| Kompetenzen | politische Handlungs-, Methoden- und Urteilskompetenz |
| Quelle/AutorInnen |
aus Mit der KI in der Politischen Bildung spielen. Spielen mit – durch – über KI | AutorInnen: Lisa Marchhart und Jonas Schmutzer |
| Aktualisiert | 21.4.2026 |
Ablaufbeschreibung
- Zu Beginn der Einheit wird in ein politisches Thema eingeführt.
- Danach stellt die Lehrperson eine kontroverse politische Entscheidungsfrage zum jeweiligen Thema, welche für klare Pro- und Contra-Positionierungen geeignet ist, zum Beispiel: "Soll Social Media für Kinder und Jugendliche verboten werden?"
- Nun werden die SchülerInnen in drei Gruppen eingeteilt, welche unterschiedliche Positionen zur gegebenen Frage repräsentieren (Pro, Contra und Neutral). Ihre Aufgabe ist es, die Frage in einen KI-Prompt umzuwandeln. Dabei sollen sie den Wortlaut so verändern und ergänzen, dass er den Bias der jeweiligen Gruppe widerspiegelt:
- Wie würde eine Person diese Frage formulieren, die positiv voreingenommen ist?
- Wie könnte sie von einer skeptischen Person gestellt werden?
- Wie sollte man die Frage modifizieren, wenn man sich eine möglichst sachliche und faktenbasierte Antwort von der KI erhofft?
Beispielfragen, die genutzt werden können, und (idealisierte) exemplarische Prompts, wie sie von den SchülerInnen designt werden könnten, sind am Ende dieses Beitrags in Form einer Tabelle (M1) angeführt.
- Wird diese Übung in einer Klasse durchgeführt, in welcher alle Lernenden Zugang zu einem elektronischen Endgerät haben, können die SchülerInnen ihre Prompts frei testen.
- Sind diese Rahmenbedingungen nicht gegeben, müssen die Gruppen ihren Prompt analog ausformulieren, bevor er am Ende der Übung über das Endgerät der Lehrperson eingegeben wird. Auf diese Weise ist es auch möglich, diese Übung mit nur einem einzigen elektronischen Endgerät durchzuführen.
Als Abschluss wird ein gängiger KI-Chatbot, beispielsweise ChatGPT (OpenAI 2022) oder Gemini (Google DeepMind 2023) genutzt, um Antworten auf die Prompts der SchülerInnen zu generieren. Die Lehrperson projiziert einen KI-Chat, startet für jede der drei Gruppen einen neuen Verlauf, fügt den Prompt der jeweiligen Gruppe ein und kommentiert die von der KI generierte Antwort. Anschließend werden die Antworten verglichen und im Plenum diskutiert. So kann veranschaulicht werden, wie unterschiedlich die KI auf verschiedene Formulierungen derselben politischen Frage reagiert. Hier empfiehlt es sich zu thematisieren, dass KI als Informationsquelle bewusst und kritisch genutzt werden muss.
- Die SchülerInnen sollen erkennen, dass bereits die Formulierung eines Prompts beeinflussen kann, welche Informationen KI-Chatbots weitergeben und wie sie ihre Antworten gestalten.
Zusätzlich kann auf die Parallelen der Gruppenübung zu einer Studie des Institute of Strategic Dialogue mit dem Namen "Talking Points: When chatbots surface Russian state media" (Maristany de las Casas 2025) aufmerksam gemacht werden. Diese Studie konnte bestätigen, dass Prompts mit pro-russischem Bias dazu führen, dass KI-Chatbots häufiger russische Staatspropaganda als Informationsquellen zitieren (Krause 2025). So kann die akute gegenwärtige Relevanz dieses Themas empirisch bestätigt werden.
