Inhalt:

Chatten mit Tarnkappe – Mensch oder Maschine?

In dem Online-Spiel "Human or Not?" treffen SchülerInnen auf anonyme ChatpartnerInnen und haben zwei Minuten Zeit, um sich auszutauschen – handelt es sich um einen Menschen oder eine KI? Das Spiel bietet einen motivierenden Zugang zur Entwicklung einer digitalen Urteilskompetenz und bietet Anlass, um über Kommunikationsfähigkeit zu reflektieren.

Dauer 1 bis 2 Unterrichtseinheiten
Schulstufe ab der 7. Schulstufe
Methodisch-didaktische Hinweise

Künstliche Intelligenz, Kommunikation, Urteilsfähigkeit

SchülerInnen analysieren den Einsatz von KI in der Kommunikation, indem KI-gestützte Chats untersucht werden. Dabei sollen sie ihre Sprache reflektieren, digitale Aussagen kritisch beurteilen und daraus Regeln für den kritischen Umgang mit Online-Informationen ableiten.

Materialien Social Turing Game: Human or Not?
Kompetenzen politische Handlungs- und Urteilskompetenz
Quelle/Autorin

aus Mit der KI in der Politischen Bildung spielen. Spielen mit – durch – über KI | Autorin: Nathalie Schultes

Aktualisiert 21.4.2026

 

Ablaufbeschreibung

 

Thematische Hinführung

 Öffnet man die Webseite von Human or Not?, kann man ohne Registrierung unverzüglich ein Spiel starten. 
 Zwei Minuten haben die Spielenden dann Zeit, sich mit ihrem virtuellen Gegenüber in einem Chat auszutauschen, bevor sie einschätzen müssen, ob es sich bei dem/der ChatpartnerIn um einen Menschen oder eine KI gehandelt hat. 
 Die begrenzte Interaktionszeit führt dazu, dass Teilnehmende rasch sprachliche Hinweise identifizieren müssen.


Die KI des Spiels basiert auf Large Language Modellen, unter anderem GPT-5 (OpenAI 2022), Claude (Anthropic 2023) und Google Gemini Flash (Google DeepMind 2023). Die Anwendung ist auf eine englischsprachige Kommunikation ausgelegt, da das System standardmäßig in englischer Sprache startet und die meisten GesprächspartnerInnen Englisch verwenden. Die SchülerInnen sollten demnach Grundkenntnisse in Englisch beherrschen.

 

"Human or Not?" kann vielseitig in der Politischen Bildung eingesetzt werden, beispielsweise als Einstieg, um über digitale Identitäten und die Glaubwürdigkeit von KommunikationspartnerInnen zu sprechen oder als Ausgangspunkt für eine kritische Auseinandersetzung mit KI-gestützter Kommunikation zu dienen.

 

Das Spiel ermöglicht es, Unterscheidungsmerkmale und simulierte Gemeinsamkeiten zwischen menschlicher und automatisierter Interaktion zu sammeln und deren Aussagekraft zu überprüfen. Auf dieser Grundlage lassen sich Bezüge zu Desinformation und politischer Propaganda herstellen.

 

Bevor das Spiel im Unterricht eingesetzt wird, sollte eine kurze Einführung erfolgen:

 

  • Dazu gehört ein sachlicher Überblick über die Funktionsweise von "Human or Not?".
  • Ebenso sollte sichergestellt werden, dass im Chat keine personenbezogenen Daten preisgegeben und keine privaten Inhalte geteilt werden dürfen.
  • Darüber hinaus sollten die SchülerInnen daran erinnert werden, sich respektvoll im anonymen Chat zu verhalten bzw. auf unangemessenes Verhalten der GesprächspartnerInnen prompt zu reagieren.

Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Verwendung im Unterricht frühestens ab der 7. Schulstufe.

 

Beim Einsatz von "Human or Not?" könnte mit den SchülerInnen eine Sammlung von Analyseindikatoren zusammengestellt werden, beispielsweise anhand der Frage: Welche sprachlichen Hinweise deuten darauf hin, dass es sich um KI handelt?

  • Hierbei lässt sich auf unterschiedliche Bereiche der KI-Nutzung im Alltag und der Politik eingehen, wie der KI-Einsatz in Wahlkämpfen, Chatbots in Kundenservices, Fehlinformationen oder Deepfakes.
  • SchülerInnen erkennen dabei, dass simulierte Kommunikation zunehmend schwer von menschlicher Interaktion zu unterscheiden ist und dass daraus Unsicherheiten für Informationsbewertung und politischer Urteilsbildung entstehen können.

 

Insgesamt zeigt der Einsatz von "Human or Not?", wie unsicher Zuschreibungen sein können und wie schnell vermeintlich klare Einschätzungen ins Wanken geraten.
Genau darin liegt der didaktische Mehrwert:

  • Lernende erleben unmittelbar, dass intuitive Urteile über Menschen oder KI zwar schnell getroffen, aber nur schwer begründbar sind – und können dadurch eine reflektierte Haltung in der digitalen Kommunikation und der politischen Urteilsbildung entwickeln.

Unterlagen für die Übung

Gesamte Übung [pdf, 104 KB]

Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule, Helferstorferstraße 5, 1010 Wien
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