bargainer.ai
| Dauer | 1 bis 2 Unterrichtseinheiten |
| Schulstufe | ab der 5. Schulstufe |
| Methodisch-didaktische Hinweise |
Argumentation, Sprache, AI Literacy Das Spiel bargainer.ai wird eingesetzt, um Verhandlungsstrategien im Umgang mit der KI zu entwickeln, zu analysieren und kritisch zu reflektieren, wobei ein Fokus auf sprachenpolitische Aspekte wie Mehrsprachigkeit und Höflichkeit gelegt wird. |
| Material | www.bargainer.ai |
| Kompetenzen | politische Handlungs- und Methodenkompetenz |
| Quelle/Autor |
aus Mit der KI in der Politischen Bildung spielen. Spielen mit – durch – über KI | Autor: Niku Dorostkar |
| Aktualisiert | 21.4.2026 |
Ablaufbeschreibung
Thematische Hinführung
In „bargainer.ai“ agiert der KI-gesteuerte Uhr macher Thadeus Ticktock als Gesprächspartner mit in Echtzeit generiertem Text und reagiert dynamisch auf Argumente, Strategien und sprachliche Nuancen.
- Zumeist ist es möglich, die Konversation auf Deutsch und in anderen Sprachen als Englisch oder mehrsprachig zu führen (z.B. auf Deutsch zu schreiben und Antworten auf Englisch zu erhalten), wobei das vom stark variablen Spiel verlauf, den eigenen Eingaben und den Sprachen abhängt.
- Bittet man Thadeus explizit darum, auf Deutsch zu schreiben, kommt er dem meist nach. Die Spielzeit pro Durchgang beträgt, je nachdem wie viel man als Spieler:in schreibt, zwischen wenigen Minuten und einer Viertelstunde.
bargainer.ai bietet die Gelegenheit, spielerisch und schreibend zu entdecken, in welchen Fällen die KI wie reagiert, welche Argumentations- und Verhandlungs strategien erfolgreich sind, aber auch, wie sich die KI manipulieren lässt, warum das so ist bzw. worin die Unterschiede zu echten Verkaufsgesprächen liegen.
Das Spiel eignet sich demnach fächerübergreifend zur Förderung von Schreib- und Gesprächsführungs-, Argumentations- und Verhandlungskompetenzen sowie AI Literacy.
Domänenspezifisch in Hinblick auf die Politische Bildung liegen die besonderen didaktischen Potenziale des Spiels
- in den Bereichen der politischen Handlungs kompetenz (Entwicklung eigener Strategien der Verhandlung bzw. des Umgangs mit KI) und
- in der politischen Urteils- sowie Methoden kompetenz (kritische Analyse und Reflexion in Hinblick auf Manipulation, Verzerrungseffekte und Machtasymmetrien im Kontext von KI).
Die vorliegenden Unterrichtsideen fokussieren auf sprachenpolitische Aspekte der genannten Kompetenzbereiche (v.a. Mehrsprachigkeit und Höflichkeit). Didaktische Prinzipien wie Subjekt-, Problem-, Handlungsorientierung, Multiperspektivität und das Kontroversitätsprinzip lassen sich durch den Einsatz des Spiels sinnstiftend umsetzen.
Folgende Spielphasen und Arbeitsaufträge können für die Didaktisierung verwendet werden:
M1 Gallery Walk „Verhandlungsstrategien“
Die SchülerInnen setzen in Kleingruppen jeweils zwei Chatgespräche mit unterschiedlichen Verhandlungs strategien um (z.B. mit/ohne manipulative Strategien, mit harter Linie oder kooperativ etc.). Sie dokumen tieren ihre Strategie (Screenshots oder Transkripte) und die KI-Reaktionen. Anschließend erstellen sie Plakate mit einer Gegenüberstellung und Interpretation der Ergebnisse und präsentieren diese in Form eines „Gallery Walks“.
M2 Sprachliche Überarbeitung und Mehrsprachigkeit
Die SchülerInnen führen mehrsprachige Verhand lungsdialoge mit „bargainer.at“, beobachten die Reakti on des KI-Chatbots und wählen eine Passage aus ihrem Verhandlungsdialog, die sie sprachlich optimieren (z. B. in Hinblick auf Sprachrichtigkeit, Präzision, Argumentationskraft).
M3 Pragmatik und Face-Management
Die SchülerInnen analysieren die Verhandlungsdialoge aus pragmatischer Sicht: Wie wird Höflichkeit im Dialog umgesetzt? Welche indirekten Redeformen oder Abschwächungen werden genutzt? Die SchülerInnen markieren Beispiele aus ihren Transkrip ten und ordnen sie pragmatischen Kategorien zu (z. B. positive Politeness, negative Politeness). Ergänzend kann ein Vergleich mit realen Verhandlungsgesprächen erfolgen.
