Analyse von Wahlprogrammen mit Hilfe von KI-Anwendungen
| Dauer | 2 Unterrichtseinheiten |
| Schulstufe | ab der 9. Schulstufe |
| Methodisch-didaktische Hinweise |
Wahlprogramme mithilfe von KI bearbeiten SchülerInnen verschaffen sich mithilfe von KI einen Überblick über Wahlprogramme und sollen dabei die KI-generierten Produkte kritisch hinterfragen. |
| Prompt |
Methode I – Das Bild "Erstelle ein realistisches, detailreiches Bild von Österreich in naher Zu kunft, basierend auf politischen Ideen aus dem Wahlprogramm der XXX [Partei]. Die Darstellung ist neutral, realistisch und nicht karikierend. Der Stil ist fotorealistisch, sachlich, atmosphärisch, mit natürlichem Licht. Ziel des Bildes ist es, zur kritischen Auseinandersetzung, Interpretation und Diskussion im Schulunterricht anzuregen." Methode II – Das Interview Du übernimmst die Rolle von SpitzenkandidatIn XXX [Name] der österreichischen Partei YYY. Grundlage für deine Antworten sind ausschließlich:
Du beantwortest die Fragen der SchülerInnen in Form eines realistischen Interviews. Regeln für deine Antworten:
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| Kompetenzen | politische Sach- und Urteilskompetenz |
| Quelle/Autor |
aus Mit der KI in der Politischen Bildung spielen. Spielen mit – durch – über KI | Autor: Florian Brechelmacher |
| Aktualisiert | 22.4.2026 |
Ablaufbeschreibung
Durch den Einsatz von KI kann der Aufwand, der zur Analyse von Wahlprogrammen üblicherweise nötig ist, wesentlich reduziert werden, sodass man sich verstärkt der Förderung politischer Kompetenzen widmen kann. Dies wird anhand von zwei Methodenbeispielen präsentiert.
Methode I: Das Bild
Bei diesem Unterrichtsvorschlag erstellt die KI-Anwendung ein Bild, das zeigt, wie Österreich aussehen könnte, sollte das Parteiprogramm einer bestimmten Partei umgesetzt werden. Dazu kann der Prompt zu Methode I verwendet werden.
Das erstellte Bild soll nun als Basis für die folgenden Arbeitsaufträge dienen:
- Symbole identifizieren:
- A1: Beschreibe das Bild.
- A2: Analysiere die grafischen Elemente hinsichtlich ihrer möglichen Bedeutung und Wirkung.
- Recherchearbeit:
- A3: Vergleiche das vorliegende Bild mit aus gewählten Passagen aus dem Wahlprogramm hinsichtlich Aussage, Symbolik und Intention.
- Bewertungen vornehmen:
- A4: Beurteile, ob das KI-Bild die Inhalte des Wahlprogramms zutreffend und wertneutral widerspiegelt.
- A5: Bewerte die im Bild dargestellte Zukunft Österreichs – ist diese lebenswert?
Die Analyseergebnisse lassen sich in Gruppen arbeiten umsetzen, die vor der Klasse präsentiert und diskutiert werden können. Anhand der Beispielbilder (M1 & M2) können die KI-generierten Bilder zu den Wahlprogrammen von SPÖ und FPÖ veranschaulicht werden.
Methode II: Das Interview
Durch diese Methode entwickeln die SchülerInnen in PartnerInnen- oder Gruppenarbeit gemeinsam Fragen, die sie einer ausgewählten Parteispitze stellen würden, wenn sie die Möglichkeit hätten. Dabei empfiehlt es sich ausdrücklich, ausreichend Zeit für die Entwicklung dieser Fragen einzuplanen. In einem KI-Chatbot wie ChatGPT (OpenAI 2022) oder Gemini (Google DeepMind 2023) können anschließend die Wahlprogramme sowie zusätzliche Informationen zu den PolitikerInnen (z.B. ein Wikipedia-Eintrag oder gegebene Interviews mit anderen Medien) eingegeben, und so ein Interview simuliert werden. Dazu kann der Prompt zu Methode II genutzt werden. Die Erkenntnisse aus diesem Interview können wiederum in Form eines Podcast oder einer Infografik präsentiert, aber auch in der SchülerInnenzeitung veröffentlicht werden.
Ziel des Interviews ist es, Positionen zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und demokratische Urteilsfähigkeit zu fördern – nicht Werbung für eine Partei zu machen. Hierzu muss man sich im Nachgang auch kritisch mit der Interviewsituation auseinandersetzen. Empfohlen werden etwa die folgenden Arbeitsaufträge:
- A6: Vergleiche die KI-Interviewaussagen mit einem Originalinterview der realen SpitzenkandidatInnen. Beziehe dich auf die Schlagwörter die von KI und Realperson verwendet werden (z.B. Leistung, Sicherheit, soziale Gerechtigkeit).
- A7: Beurteile, ob die KI kontroverse Aspekte angemessen berücksichtigt oder vereinfacht darstellt.
Dafür ist es zentral, die Ergebnisse in einen gemeinsamen Kontext zu setzen und ihre Plausibilität zu überprüfen. KI ist hierbei keine Gefahr, sondern eine reale Chance, gute und qualitativ hochwertige Quellenarbeit im Unterricht zu verankern.
