50 Jahre Volksgruppengesetz. Errungenschaft, Entwicklung, Kritik
Anlässlich des 50. Jahrestags des Beschlusses des Volksgruppengesetzes haben Zentrum polis und ERINNERN:AT, das OeAD-Programm zum Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust, gemeinsam ein neues polis-Heft erstellt.
Der Anerkennungs- und Wertschätzungsprozess nationaler Minderheiten war mit dem Inkrafttreten des Volksgruppengesetzes nicht abgeschlossen. Roma, Romnja, Sinti und Sintizze wurde der Status als Volksgruppe nach diesem Gesetz zunächst verwehrt; ihre Anerkennung als autochthone Minderheit erfolgte erst im Jahr 1993.
Trotz kontinuierlicher Bemühungen um rechtliche Gleichstellung, Sichtbarkeit und Anerkennung kann von einer gesicherten gesellschaftlichen Akzeptanz von Minderheiten nicht gesprochen werden. Aktuelle Vorfälle, wie die Beschmierung zweisprachiger Ortstafeln oder der Polizeieinsatz am Peršmanhof im Sommer 2025, verdeutlichen die Fragilität und wiederholte Infragestellung des bestehenden Konsenses. Das Gedenken an den Beschluss des Volksgruppengesetzes stellt daher ein Jubiläum dar, soll jedoch auch zur kritischen Reflexion der bisheriger Volksgruppenpolitik genutzt werden.
| In diesem Webinar erwartet Sie ein Impulsvortrag zu "50 Jahre Volksgruppengesetz" und Sie erfahren mehr über die Inhalte des neuen polis aktuell sowie didaktische Zugänge zum Thema. |
