Monday 24. November 2014

Inhalt:


Sind Frauen friedfertiger?

In einer Pro- und Contra-Debatte beschäftigen sich die SchülerInnen mit der Frage, ob Frauen friedfertiger sind. Zur Vertiefung wird an Rollenklischees im Zusammenhang mit Kriegen gearbeitet.

Dauer 1 bis 2 Unterrichtseinheiten
Schulstufe ab der 10. Schulstufe
Methoden Pro- und Contra-Debatte, Klassendiskussion, LehrerIn-SchülerInnen-Gespräch
Materialien Flipchart, Text "Krieg und Geschlecht" (siehe Downloads)
Kompetenzen
Urteilskompetenz
Zielsetzungen
Die SchülerInnen setzen sich mit der Frage auseinander, ob Frauen „friedfertiger" sind (im familiären, politischen und kriegerischen Kontext) und lassen sich auf eine Diskussion über geschlechtsspezifische Vorurteile und Stereotypen ein. Nachdem sie Pro- und Contra-Argumente gesammelt und ausgetauscht haben, sollten sie sich ein eigenes Bild machen, das frei von Mythen ist. Die Übung eignet sich gut als Einstieg in das Thema „Frauen und Frieden".
Lehrplanbezug
Geschichte und Sozialkunde/ Politische Bildung
Quelle

Sabine Mandl, Unterrichtsleitfaden: Krieg und bewaffnete Konflikte – ohne Frauen kein Frieden?! Sondernummer polis aktuell 8/2010

Aktualisiert
11.06.2013

 

Ablaufbeschreibung

Schritt 1:

Die Frage „Sind Frauen friedfertiger?" wird aufgeworfen. Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen ein - in eine Pro- und eine Contra-Gruppe (z.B. per Durchzählen usw.). So werden SchülerInnen auch in Gruppen sein, denen sie inhaltlich nicht zustimmen. Es geht nämlich darum, verschiedene Positionen einzunehmen (Perspektivenwechsel) und sich zu überlegen, welche Meinungen die andere Gruppe vertreten könnte, um entgegengesetzte Standpunkte zu sammeln. Die Pro- und Contra-Gruppen erhalten 10 Min., um sich vorzubereiten und Argumente zu sammeln.

 

Schritt 2:

Eine BeobachterInnengruppe - bestehend aus Schülern und Schülerinnen beider Gruppen - soll den Prozess verfolgen und festhalten, wie sie die Diskussion bewerten:

  • Wie wurde argumentiert?
  • Was hat uns überzeugt?
  • Was hat uns nicht überzeugt?

Pro Gruppe wird ein/e SprecherIn gewählt, die/der eine dreiminütige Rede vorbereitet.
Dann kommt es zur Diskussion der beiden SprecherInnen, die nach Darstellung der Standpunkte ihre Argumente austauschen. Die restlichen SchülerInnen beider Gruppen sollen sich anschließend ebenso in die Diskussion einbringen und mitdiskutieren.
Dabei sollte ein/e ModeratorIn (ein/e SchülerIn) die Diskussion anleiten.

Abschließend wird die Meinung der BeobachterInnengruppe eingeholt und in der Klasse diskutiert, ob sich die Meinungen der SchülerInnen durch die Diskussion verfestigt haben oder ob nun andere Standpunkte eingenommen werden. Dafür werden die verschiedenen Argumente auf einem Flipchart gesammelt.


Schritt 3:

Nun sollten viele geschlechtsspezifische Vorurteile und Stereotypen bzw. kritische Betrachtungen offen liegen, die eine gute Basis für die Behandlung des Themas „Geschlecht und Krieg" sind. Weitere Fragestellungen im Zusammenhang mit Rollenklischees in Kriegen könnten sein:

  • Welche Attribute werden Frauen und Männern in Kriegen zugeschrieben?
  • Vor welchen sozialen und kulturellen Hintergründen funktionieren diese Rollenklischees?
  • Welche geschlechtsspezifischen Stereotype dienen/widersprechen den Zielen von Kriegen?
  • Wie kann man diese Zweiteilung: „Männer sind aktiv, kämpferisch" und „Frauen sind passiv, leidend" unterbrechen?

 

Unterlagen für die Übung + Downloads

Text "Krieg und Geschlecht" aus dem Themenheft „Krieg und bewaffnete Konflikte – ohne Frauen kein Frieden?!“ (polis aktuell 8/2010, S. 11ff.)

Links + Medientipps

Themendossiers: Frauen- und Mädchenrechte

Politiklexikon für junge Leute: Krieg, Frieden

Kompass - Menschrechtsbildung für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen: Gruppenübungen zu den Themen "Frieden und Gewalt" sowie "Gleichberechtigung".

 

Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule, Helferstorferstraße 5, 1010 Wien
T 01/42 77-274 44 | F 01/42 77-274 30 | service@politik-lernen.at

Bürozeiten: Montag bis Freitag 10.00-16.00 Uhr
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Projektträger: Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte-Forschungsverein
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