Inhalt:

Armut

In einem Brainstorming, einer Gruppenarbeit und einer Plakatanalyse soll der Begriff Armut geklärt werden.

Dauer

1 bis 2 Unterrichtseinheiten

Schulstufe ab der 6. Schulstufe
Methoden Arbeit mit dem Lexikon, Plakatanalyse, Diagramm erstellen, Partner- und Kleingruppenarbeit

Vorbereitung/ Materialien

Arbeitsblätter mit Begriffserklärungen, Arbeitsblatt Diagramm,
Plakat der Armutskonferenz
Kompetenzen Sachkompetenz, Methodenkompetenz
Zielsetzungen Die SchülerInnen sollen die Begriffe Alltagssprache – Fachsprache unterscheiden lernen. Der Begriff "Armut" wird präzisiert und ein Plakat mit politischem Inhalt analysiert.
Lehrplanbezug Geschichte und Politische Bildung, Geographie und wirtschaftliche Bildung, Übergreifendes Thema Politische Bildung
Quelle

Ammerer, Heinrich / Krammer, Reinhard / Windischbauer, Elfriede: Politische Bildung konkret. Beispiele für kompetenzorientierten Unterricht. Wien: Edition polis, 2009.

Autorin: Elfriede Windischbauer

Aktualisiert 14.10.2026

 

Methodisch-didaktische Hinweise

a) Viele Begriffe haben in der Alltagssprache eine mehr oder weniger andere Bedeutung als in Fachsprachen. Alltagssprachlich beschreibt z.B. der Begriff "Armut" v.a. bei Verwendung des Adjektivs "arm" auch Lebenssituationen, die außerhalb des fachsprachlichen Zusammenhangs stehen, wenn z.B. ein Mensch als "arm" bezeichnet wird, der eine/n Angehörige/n verloren hat, oder jemand als "arm" gilt, der viel Stress zu bewältigen und keine Zeit für sich hat. Einerseits soll den Schülern und Schülerinnen bewusst werden, dass es präzise zu unterscheiden gilt, ob das Wort als Adjektiv oder Nomen eingesetzt wird. Andererseits soll geklärt werden, dass es in Fachgesprächen (und solche werden im Unterricht in der Regel geführt) wichtig ist, sich auf ein gemeinsames Verständnis wichtiger Begriffe zu einigen.


b) Die Wirkung (politischer) Plakate ist auf raschen Eindruck fokussiert: Durch einen Blick im Vorbeigehen oder Vorbeifahren soll die wesentliche Botschaft erfasst werden. Alle Gestaltungselemente eines Plakats werden in der Regel zu diesem Zweck eingesetzt. Aufgabe der Politischen Bildung ist es, SchülerInnen zu befähigen, diese Wirkungsabsicht zu erkennen und politische Plakate zu analysieren. Wichtige Schritte dieser Analyse sind:

  • Selbstreflexion: Wie wirkt das Plakat auf mich? Welche Empfindungen löst es in mir aus?
  • Wer sind die AuftraggeberInnen?
  • Was bzw. wer ist auf dem Plakat zu sehen? Welche Symbole werden verwendet?
  • Was/wer ist im Vordergrund positioniert, was/wer im Hintergrund? Welche Farben werden verwendet?
  • Wer sind die AdressatInnen?
  • Was ist die Hauptbotschaft, die "Message" des Plakats?

Ablaufbeschreibung

Schritt 1:

Brainstorming: Was bedeutet "Armut"?

Im ersten Schritt soll das Vorwissen der SchülerInnen aktiviert werden. Gleichzeitig soll damit auch die Grundlage für das Erreichen des angestrebten Lernziels, zwischen Alltags- und Fachsprache zu unterscheiden, gelegt werden. Die SchülerInnen tragen ihre Beiträge in Partner- oder Kleingruppenarbeit in das Diagramm "Begriff Armut" ein. Im Klassengespräch werden die Ergebnisse ausgetauscht.

 

Schritt 2:

Definitionen von "Armut" (Gruppenarbeit)

Die SchülerInnen erhalten nun unterschiedliche Definitionen des Begriffs "Armut" aus dem Politiklexikon für junge Leute, von der Armutskonferenz und der Ausgabe von polis aktuell zu Armut.  Auf der Website von Hanisauland von der Bundeszentrale für politische Bildung in Deutschland  (www.hanisauland.de/wissen/lexikon/grosses-lexikon/a/armut.html) findet sich auch noch eine sprachlich und inhaltlich einfache Variante, falls die ausgewählten Definitionen zu schwierig sind oder man ergänzt die Definition von Statistik Austria, die eine fachsprachliche Definltion darstellt: www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/einkommen-und-soziale-lage/armut 
Die unterschiedlichen Definitionen werden angeboten, damit die SchülerInnen erkennen, dass verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden können.
Die SchülerInnen bearbeiten ihren Text anhand der Arbeitsaufgaben und ergänzen ihr Diagramm entsprechend. Wieder werden die Ergebnisse in der Klasse präsentiert und die Diagramme ergänzt.


Schritt 3:

Unterschied Alltagssprache – Fachsprache

Im abschließenden Gespräch sollen die SchülerInnen auch jene Einträge vorlesen, die mit Bleistift geschrieben sind und keine Bestätigung durch eine der angebotenen Definitionen erhalten haben. Es handelt sich dabei möglicherweise um alltagssprachliche Erklärungen. Die SchülerInnen sollen im Gespräch feststellen, welche Unterschiede zwischen Alltags- und Fachsprache bestehen.


Schritt 4:

Plakatanalyse

Die entsprechenden Arbeitsaufträge – in zwei Niveaustufen – sind in den Arbeitsblättern formuliert. Nach Beendigung der Analyse in den Gruppen werden die Ergebnisse im Klassengespräch ausgetauscht.

Unterlagen für die Übung

Arbeitsblatt: Begriffserklärung Armut [pdf, 92 KB]

Diagramm: Begriffserklärung Armut [pdf, 19 KB]
Plakatanalyse [pdf, 302 KB]

 

Weiterführende Linktipps

Politiklexikon für junge Leute: Arbeitslosigkeit | Armut | Armutsflüchtling | Sozialhilfe | Sozialstaat

Die Armutskonferenz 
Unterrichtsmaterialien: Armut und soziale Ungerechtigkeit (Die Armutskonferenz)

 

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