Inhalt:

Wer nutzt die Straße und braucht wie viel Platz?

Die SchülerInnen erforschen den Straßenraum und untersuchen, wie viel Platz den verschiedenen Verkehrsarten zur Verfügung steht.

Dauer

2 Unterrichtseinheiten

Schulstufe

4. bis 13. Schulstufe

Hinweis Die Unterrichtseinheiten finden im Freien und in der Klasse statt.

Ziele

Die SchülerInnen erforschen den Straßenraum und untersuchen, wie viel Platz den verschiedenen Verkehrsarten zur Verfügung steht. Mit dieser Übung wird das Bewusstsein dafür geschärft, dass der öffentliche Straßenraum für verschiedene Mobilitätsformen unterschiedlich viel Platz bietet und dass die bestehende Raumverteilung kritisch hinterfragt werden kann.

Kompetenzen

Urteilskompetenz, Methodenkompetenz

Lehrplanbezug

Politische Bildung, Geographie

Methoden

Kleingruppenarbeit, Messungen, Diskussion und Reflexion

Material

Maßbänder, Straßenmalkreide, Klemmbretter, Stifte, Papier

Quelle

Talente Regional Projekt EKLISTRA – Enkel und klimafitte Straßenräume

Dieses Unterrichtsbeispiel kann als Workshop im Rahmen dieses Projekts gebucht und mittels Kooperationszuschuss bis Juni 2027 auch finanziert werden. Kontakt: Tadej Brezina tadej.brezina@tuwien.ac.at

Info Kooperationszuschuss: www.ffg.at/talente-regional/kooperationszuschuss

in: polis aktuell 4/2026 Mobilität. Lebensraum Schule mitgestalten

Aktualisiert

13.8.2026

 

 

Ablaufbeschreibung

 

Einstieg (20 Min.)

Zum Einstieg spricht die Lehrkraft mit den SchülerInnen über das Thema Mobilität und regt sie mit folgenden Fragen zum Nachdenken und Diskutieren an:

  • Wie sind Menschen im Straßenverkehr unterwegs?
    • Welche Verkehrsmittel nutzen Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen am häufigsten?
    • Warum entscheiden sich Menschen für ein bestimmtes Verkehrsmittel?
  • Was macht es manchmal schwierig, klimafreundlich unterwegs zu sein?
    • Welche Hindernisse gibt es, wenn man zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad oder mit dem Roller fahren möchte?
    • Was müsste sich ändern, damit mehr Menschen diese umweltfreundlichen Verkehrsmittel nutzen?

Anschließend erklärt die Lehrkraft, dass der Straßenraum begrenzt und zwischen unterschiedlichen Nutzungs- und Verkehrsformen aufgeteilt ist. Die SchülerInnen werden nun gemeinsam untersuchen, welche Verkehrsarten wie viel Platz benötigen und überlegen inwieweit diese Aufteilung gerechtfertigt ist.

 

Erhebung: Wer bekommt am meisten Platz? (ca. 40 Min.)

Die SchülerInnen werden in zwei Gruppen aufgeteilt, die je nach Bedarf und Möglichkeit jeweils von einer Betreuungsperson begleitet werden. Jede Gruppe erhält ein Arbeitsblatt mit unterschiedlichen Aufgaben (siehe Arbeitsblatt). Anschließend erkunden die Gruppen das Umfeld der Schule und erfüllen folgende Aufgaben:

 

Gruppe 1: Platzverbrauch

  1. Die SchülerInnen vermessen – abhängig von den örtlichen Gegebenheiten – den Gehsteig, den Radweg, gegebenenfalls die Fahrbahn sowie einen Autoparkplatz. Sofern unterschiedliche Gehsteig-, Radwegbreiten etc. im Schulumfeld vorhanden sind, können mehrere davon gemessen werden.

    Wie viele Personen bzw. Verkehrsmittel haben auf ihrem jeweiligen Verkehrsweg nebeneinander Platz? Falls die Fahrbahn nicht vermessen wird, kann hier auch ein Autoparkplatz herangezogen werden.
     
  2. Die SchülerInnen bilden Kleingruppen und suchen einen freien Autoparkplatz. Falls kein Parkplatz zur Verfügung steht, wird eine Fläche von 12 m² (2 x 6 m) mit Straßenkreide markiert, in die sich die SchülerInnen stellen können. Sie schätzen und finden anschließend heraus, wie viele SchülerInnen, Fahrräder und Roller (Scooter) jeweils auf einem Autoparkplatz Platz finden könnten. Dafür können z.B.  entweder Fahrräder auf einem Autoparkplatz nebeneinandergestellt werden (empirischer Weg) oder die Länge eines Autoparkplatzes durch die Breite eines Fahrrads dividiert werden (rechnerischer Weg). Welche Kleingruppe hat die Anzahl am besten geschätzt?

Gruppe 2: Verkehrszählung

  1. Die SchülerInnen gehen zu zweit an eine Kreuzung oder einen verkehrsreichen Ort und zählen wie viele Personen zu Fuß, mit dem Rad, Roller oder mit dem Auto unterwegs sind. Dafür wird eine Strichliste geführt. Es wird auch erhoben, wie viele Personen sich in den vorbeifahrenden Autos befinden.

 

Diskussion und Reflexion (ca. 30 Min.)

Alle Gruppen treffen sich anschließend wieder im Klassenzimmer und tauschen sich über ihre Beobachtungen und Messergebnisse aus. Im Anschluss wird gemeinsam diskutiert, wie der Straßenraum genutzt werden könnte, wenn der vorhandene Platz anders verteilt wäre. Mögliche Nutzungen sind beispielsweise spielen, plaudern, flanieren, sitzen, spazieren, picknicken, musizieren, breite Fahrradwege oder das Anlegen von Grünflächen.

 

Zusatzfragen für SEK II (systemische Reflexion)

  • Wer entscheidet, wie öffentlicher Raum aufgeteilt wird, und welche Interessen und AkteurInnen spielen dabei eine Rolle? Welche Interessenskonflikte können dabei entstehen?
  • Inwiefern kann mangelnde Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu sozialer Ausgrenzung führen? Welche Alltagssituationen fallen euch dazu ein?
  • Ist die Gestaltung des öffentlichen Raums eher eine technische/planerische Frage oder eher eine Frage von Demokratie und Partizipation? Begründet eure Position.
  • Warum ist die Umverteilung von Verkehrsflächen zugunsten des Klimaschutzes und Erhöhung der Lebensqualität oft politisch umstritten?
  • Wie würde unsere Gemeinde/Stadt aussehen, wenn alle Autoparkplätze durch Aufenthaltsplätze, Spielplätze, Grünflächen, Gehwege usw. ersetzt würden? Wie würde sich der öffentliche Raum und dessen Nutzung verändern? Wäre eine solche Umgestaltung wünschenswert? Welche positiven oder negativen Effekte wären zu erwarten?

 

Unterlagen für die Übung

Arbeitsblatt Gruppe 1: Platzverbrauch [pdf, 148 KB]

Arbeitsblatt Gruppe 2: Verkehrszählung [pdf, 79 KB]

Gesamte Übung [pdf, 178 KB]

 

Weiterführende Links

Infos zu den Workshopangeboten im Rahmen des Projekts EKLISTRA [330 KB]

klimaaktiv.at: Mobilitätsmanagement an Schulen (klimaaktiv.at)
Leitfaden Schulstraße (BMK, 2023)
Netzwerk Verkehrserziehung (BMB)
 

 

 

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