Saturday 25. May 2013

Inhalt:


Pro und Contra

Eine organisierte, durch Referate eingeleitete Diskussion zwischen einer Pro-EU-Erweiterung- und einer Contra-EU-Erweiterung-Gruppe mit vorangehender Recherchearbeit.

 

Dauer 2 Unterrichtseinheiten im Abstand von einer Woche
Schulstufe Ab der 9. Schulstufe
Kompetenzen
  • Urteilskompetenz: Eine sachorientierte Beurteilung politischer Entscheidungen, Probleme und Kontroversen; Feststellung, Beurteilung der Folgen und Auswirkungen und Modifizierung von eigenen Grundeinstellungen und Werturteilen
  • Handlungskompetenz: Artikulation und öffentliche Vertretung der eigenen Meinungen, Werturteile und Interessen, Akzeptieren von Kompromissen, Stärkung der sozialen Kompetenzen
  • Methodenkompetenz: Kritische Überprüfung von medial vermittelten politischen Informationen und Kommentaren
Methoden Brainstorming, Recherche, Referat und Diskussion

Vorbereitung / Materialien

  • Flipchart
  • Internetzugang in der Schule wäre von Vorteil
  • Kopien der Diskussionsfragen
Quelle

Hamitoglu, Seda/Kurz, Magdalena: Europäische Integration. Texte und Unterrichtsbeispiele, Wien: Edition polis, 2. Auflage, Mai 2010

Autorin: Seda Hamitoglu

 

Zielsetzung

 

Die SchülerInnen sollen sich in ein komplexes politisches und gesellschaftliches Thema vertiefen, ihre vorhandenen Haltungen und Vorstellungen kritisch hinterfragen, sich eine durch überlegte Argumente unterstützte Meinung bilden und diese in der Diskussion angemessen vertreten.

 

Lehrplanbezug/Fächer

 

Deutsch, Geschichte und Sozialkunde / Politische Bildung


Ablauf

 

Inhaltliche Vorbereitung (30-40 Min.)
Geschichte und Institutionen der EU als sachliche Grundlage für die Diskussion (abhängig
vom Vorwissen der SchülerInnen). Es wäre von Vorteil, zuerst das Unterrichtsbeispiel
„Geschichte der EU", dass Sie ebenfalls in der Praxisbörse finden, zu behandeln.

Arbeitsauftrag und Gruppenbildung (5-10 Min.)
Das Thema der Diskussion wird vorgestellt. Es werden zwei große Gruppen gebildet; eine
Pro-Erweiterung- und eine Contra-Erweiterung-Gruppe. Die Gruppenbildung soll möglichst
freiwillig geschehen. Bis zur folgenden Woche vertiefen sich die Gruppen ins Thema, sammeln Argumente, die sie mit Daten untermauern können, und überlegen sich, was für
Argumente die andere Gruppe bringen könnte, um diese mit ihren gesammelten Daten
widerlegen zu können.

Diskussionsfragen
  • Waren die beiden Osterweiterungen mit 12 neuen Staaten eine gute oder schlechte Entscheidung der EU?
  • War das gut / schlecht für die alten EU-Staaten?
  • War das gut / schlecht für die neuen EU-Staaten?
  • War das gut / schlecht im Sinne der kollektiven Sicherheit, des Wohlstands und der Demokratie in Europa?
  • Sind die Wirtschaftsdaten in Österreich wirklich so schlecht, wie es weitgehend behauptet wird? Vergleiche!
  • Wie groß ist der Einfluss der letzten EU-Erweiterung auf die wirtschaftliche Entwicklung in der EU?
  • Wie gut / schlecht ginge es Österreich, wenn es kein Mitglied der EU wäre?
  • Ist die EU-Erweiterung der Grund für die steigenden Arbeitslosigkeits- und Kriminalitätsraten oder sind andere Faktoren ausschlaggebend?
  • Hat Österreich von der Osterweiterung wirtschaftlich profitiert? Wenn ja, mehr oder weniger im Vergleich zu den anderen alten EU-Staaten?
  • Ist die EU eine Bedrohung für die einzelnen Nationalitäten?
  • Gibt es Politikbereiche, in denen die EU-Staaten gemeinsam größere Erfolge erzielen können als einzelne Nationalstaaten?
  • Wie wirkt die aktuelle Wirtschaftskrise auf die EU-Staaten? Ist es zur Zeit von Vorteil, EU-Mitglied zu sein? (Vergleiche: Fall Island, Diskussion über Euro-Einführung; Fall Irland, zweite Abstimmung zum Vertrag von Lissabon usw.)

Bei der Recherche soll eine gute Arbeitsaufteilung innerhalb der Gruppen organisiert werden. Die gesammelten Informationen sollen so zusammengefasst und bearbeitet werden, wie die Gruppe sie während der Diskussion vortragen möchte.
Jede Gruppe entsendet einige freiwillige VertreterInnen zur Diskussion in der nächsten
Einheit. Die Anzahl der VertreterInnen jeder Gruppe sollte vorher vereinbart werden. Ein/e SprecherIn wird von jeder Gruppe für das Einstiegsreferat gewählt.

Diskussion (40 Min.)

  • Die VertreterInnen / SprecherInnen der Gruppen nehmen in einer Runde oder an einem Tisch Platz. Ein/e ModeratorIn leitet die Diskussion.
  • Die restliche Klasse soll die Diskussionsrunde gut beobachten können und hat die Aufgabe, die folgenden Gespräche so genau wie möglich zu verfolgen und sich Notizen zu machen, um im Anschluss die Diskussion kommentieren zu können.
  • Die Diskussion wird mit Referaten der GruppensprecherInnen eröffnet. Redezeit pro Gruppe jeweils 5 Min. (vorher klar vereinbaren, auf Einhaltung achten!). Die Entscheidung, welche Gruppe anfängt, erfolgt durch Münzwurf. Die GruppensprecherInnen versuchen, die Pro- bzw. Contra-Haltung ihrer Gruppe klar und schlüssig darzustellen und mit ihren Argumenten zu untermauern.
  • Besprechungsrunde: Die Gruppenvertreter überlegen gemeinsam mit ihrer Gruppe, wie sie auf die Argumente der Gegenseite reagieren können.
  • Diskussionsrunde: Die SprecherInnen nehmen wieder Platz und können nun zu den Eingangsreferaten Stellung nehmen - sorgfältige Moderation ist hier erforderlich, kurze Antworten auf vorgebrachte Argumente sind erwünscht, längere Wechselreden zwischen zwei Personen sollten vermieden werden, um allen SprecherInnen die Chance auf einen Beitrag zu geben und eine sachliche Gesprächsführung zu erleichtern.

Reflexion (10 Min.)
Folgende und ähnliche Fragen können mit der ganzen Klasse besprochen werden: Hatte ich vor Beginn der Arbeit eine eigene Meinung zu dem Thema? Woher kam diese Meinung? Hat sich meine Meinung durch die Recherchearbeit verändert oder habe ich durch die Arbeit neue Ansichten gewonnen? Hat sich durch die Diskussion meine Meinung verändert, gefestigt, entwickelt? Aus welchen Gründen? Was macht ein Argument für mich glaubwürdig? Was hat mich überzeugt? Welche Argumente waren für mich nicht schlüssig und warum? Was könnte man besser machen? Was war im Sinne der Diskussions- und Präsentationsmethoden gut / schlecht? Wie war es, für oder gegen eine Sache zu argumentieren, auch wenn meine eigene Meinung damit vielleicht nicht immer übereingestimmt hat?

Unterlagen für die Übung / Downloads

 

Informationsblatt: Geschichte der EU

 

Links + Medientipps

 

EU-Info

 

Europäische Kommission: www.ec.europa.eu/index_de.htm
Portal der Europäischen Union: www.europa.eu/index_de.htm
Europe Direct Informationsstellen in Österreich: www.europainfo.at
EU-Info. Deutschland: www.eu-info.de
Eurobarometer (Dauerbeobachtung der öffentlichen Meinung in der Europäischen Union):
www.ec.europa.eu/public_opinion/index_en.htm (Englisch)


Statistiken

 

Statistik Austria: www.statistik.at
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung: www.wifo.at
WIFO-Wirtschaftsdaten: Internationale Konjunktur
(insbesondere BIP pro Kopf und Arbeitslosenquote):
www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=29124
Bundesministerium für Inneres: www.bmi.gv.at
Kriminalitätsquoten in Österreich: www.bmi.gv.at/kriminalstatistik
Oesterreichische Nationalbank: www.oenb.at
Presseaussendungen der OeNB im Bereich Direktinvestitionen im Ausland:
www.oenb.at/de/stat_melders/presse/Aussenwirtschaft/Direktinvestitionen/di_presseaussendungen_uebersichtsseite.jsp


Zeitungen, z.B.


www.derstandard.at
www.diepresse.com

www.spiegel.de


Broschüren


• Wie viel Europa? Österreich, Europäische Union, Europa. Informationen zur Politischen
Bildung Nr. 24. Forum Politische Bildung (Hg.), Wien: 2005
In der Broschüre findet sich u.a. ein Unterrichtsbeispiel zur Diskussion um einen
möglichen EU-Beitritt der Türkei: www.politischebildung.com/pdfs/th8_24.pdf


polis aktuell Nr. 4/2009: Europa: Alte Grenzen – Neue Grenzen, www.politik-lernen.at/shop

Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule, Helferstorferstraße 5, 1010 Wien
T 01/42 77-274 44 | F 01/42 77-274 30 | service@politik-lernen.at

Bürozeiten: Montag bis Freitag 10.00-16.00 Uhr
Auftraggeber: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (Abteilung Politische Bildung)
Projektträger: Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte-Forschungsverein
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