Tuesday 21. May 2013

Inhalt:


Neuer Lift für Schneehausen – Nachhaltigkeit in der Tourismuswirtschaft

„Sanfter Tourismus" ist nur eines der Schlagworte der Tourismuswirtschaft in den letzten Jahren. Nicht zuletzt wegen des drohenden Klimawandels sind nachhaltige Konzepte im Fremdenverkehr unumgänglich geworden. Diese Unterrichtsplanung soll den SchülerInnen den Zusammenhang zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten im Tourismus näher bringen.

Dauer 2-3 Unterrichtseinheiten
Schulstufe 6.-7. Schulstufe
Methoden Planspiel, Impulse, Arbeiten in Gruppen, Mind Mapping

Vorbereitung / Materialien

  • Auswahl einer geeigneten Musik (evtl. in englischer Sprache), welche die Lernenden in Urlaubsstimmung versetzt
  • Aufforderung an die Kinder, zwei bis drei Fotos oder Texte (selbstverfasst oder aus dem Reiseführer) von einem gelungenen Ferientag mitzubringen
  • Vorbereitung der Rollenkärtchen für das Planspiel
  • Genaue Organisation des Planspiels: Wie viele Kinder übernehmen eine Rolle bei der Gemeinderatssitzung? Wie viele beobachten? Was wird beobachtet? Vorbereitung der Stimmabgabe
  • OH-Folien (siehe Downloads)
Kompetenzen
Sachkompetenz, soziale Kompetenz
Zielsetzungen
Fähigkeiten: Sich im Rahmen eines Planspiels in unterschiedliche Rollen versetzen und verschiedene Standpunkte vertreten können; Schulung der Kritikfähigkeit, Entscheidungs- und Handlungskompetenz
Wissen und Verstehen: Einsicht in ökonomische, ökologische und soziale Zusammenhänge bekommen und somit das Prinzip der Nachhaltigkeit verstehen lernen; Erfassen der zunehmenden Bedeutung der Freizeitgesellschaft

Einstellung/ Verhalten: Erkennen, dass ein sorgsamer Umgang im Tourismusbereich notwendig ist, da eine andere Haltung Natur, Gesellschaft und Wirtschaft schadet

Lehrplanbezug
Geographie und Wirtschaftskunde, Politische Bildung, Medienerziehung
Quelle Schuh Maria, Hellerschmidt Brigitta, Lein Therese, Christa Maria Kausl: Mehr haben oder mehr vom Leben haben? Unterrichtsbeispiele zur VerbraucherInnenbildung, Teil 2, Zentrum polis (Hg.), Wien: Edition polis, 2008.
Aktualisiert
30.04.2013

 

Ablaufbeschreibung

1. Einstieg

Impulse
Musik dient als motivierender Einstieg und soll die SchülerInnen gleichzeitig auf das Thema „Freizeit, Urlaub, Tourismus" einstimmen. Die SchülerInnen werden gebeten, ihre Fotos auszupacken und vor sich aufzulegen. Sie arbeiten zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie verbringst du deine Ferien?
  • Du verbringst Ferien, die Eltern/ Erwachsenen machen Urlaub.
  • Fährst du auf Urlaub?
  • Wenn ja, wohin fährst du?
  • Was machst du in den Ferien/ im Urlaub?
  • Wann fährst du auf Urlaub? (Warum?)
  • Was ist für dich ein gelungener Ferientag?

2. Erarbeitungsphase
Klärung der Begriffe:

  • TouristInnen
  • Hauptsaison
  • Nebensaison
  • Massentourismus
  • Sanfter Tourismus
  • Nachhaltiger Tourismus etc.

Diese Begriffe werden mithilfe einer OH-Folie geklärt. Die Kinder ordnen den jeweiligen Begriffen die passenden Definitionen zu.

Fachliche Information

 

Bildimpuls - „Neuer Lift für Schneehausen" (OH-Folie)
Die SchülerInnen erhalten die Information, dass in einem berühmten fiktiven Schiort in den Alpen eine neue Liftanlage und ein dazugehöriges Hotel mit Restaurant gebaut werden sollen. Betroffene wurden befragt und die SchülerInnen sollen diese Stellungnahmen besprechen und auswerten. In weiterer Folge soll eine Gemeinderatssitzung über das Vorhaben entscheiden.


Partnerarbeit
Die Klasse wird in vier Gruppen geteilt. Innerhalb der Gruppe arbeiten die SchülerInnen in Partnerarbeit. Jedes Paar bekommt ein Blatt mit einer Stellungnahme zum Tourismus in Schneehausen.

Gruppe 1: LeiterIn des Naturschutzvereins der Alpen
Gruppe 2: LeiterIn des Fremdenverkehrsvereins in Schneehausen
Gruppe 3: GemeindesekretärIn von Schneehausen
Gruppe 4: Familie aus Deutschland, die schon seit 20 Jahren Urlaub in Schneehausen macht


Ablauf
Die SchülerInnen erarbeiten die Vor- und Nachteile des Massentourismus in Schneehausen und präsentieren ihre Ergebnisse.


3. Festigung
Die Auswirkungen des Massentourismus werden gesammelt (Mindmap-Tafelbild) und in Vor- und Nachteile gegliedert (evtl. auch im Internet recherchieren).


4. Erarbeitung
Der Begriff „Nachhaltigkeit" wird mit Hilfe des Informationsblatts geklärt. Die SchülerInnen versuchen, den fachlichen Informationen praktische Beispiele (Vor- und
Nachteile des Massentourismus) aus den Stellungnahmen (Tafelbild) zuzuordnen.

  • Was stört die Ausgeglichenheit im Viereck der Nachhaltigkeit?
  • Welche Vorteile passen zu welchem Bereich im Viereck der Nachhaltigkeit?

Planspiel
Eine Gemeinderatssitzung soll über die Durchführung des Vorhabens in Schneehausen entscheiden. Ein Teil der Klasse bekommt Rollenkärtchen und versucht, sich in die vorgegebene Person hineinzuversetzen und deren Meinung in der Gemeinderatssitzung zu vertreten und zu argumentieren. Die SchülerInnen sollen das Leitbild der Nachhaltigkeit nachvollziehen und mithilfe dieses Planspiels zur Errichtung einer neuen Lift- und Hotelanlage einen Kompromiss zwischen den Interessen der Ökonomie, der Ökologie und des Sozialen entwerfen.


5. Abschluss
Am Ende der Sitzung wird eine Abstimmung durchgeführt, die auch begründet werden
muss. An der Abstimmung nimmt auch die BeobachterInnengruppe teil. Diese hat während der Gemeinderatssitzung die Aufgabe, sich Notizen zu den Personen und ihren Argumenten zu machen. (Es kann auch jeder Rolle ein/e BeobachterIn zugeteilt werden).

 

Unterlagen für die Übung / Downloads

Musikbeispiele

Fotos oder Texte der SchülerInnen über einen gelungenen Ferientag


Arbeitsblätter (Stellungnahmen)

Informationsblatt „Viereck der Nachhaltigkeit"

Rollenkärtchen

 

Links + Medientipps

Politiklexikon für junge Leute: Nachhaltigkeit


Impulsbilder zum Thema Schilift finden Sie z.B. unter:
www.urlaubshit.com/klopeinersee/images/Lift.jpg

 

Nachhaltiger Tourismus:
www.fair-travel.net/philosophie/index.html?gclid=CNvBjfbE05QCFRVQtAodnyhmCw

 

Auswirkungen des Massentourismus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Massentourismus#Auswirkungen


Sanfter Tourismus: http://de.wikipedia.org/wiki/Sanfter_Tourismus


Globaler Ethik-Kodex für den Tourismus:
http://www.globales-lernen.de/Schwerpunkte/Reisen/ethikkodex.htm

 

Ein eindrucksvolles Bild vom modernen Massentourismus zeichnet Gerhard Polt in
seinem Film „Man spricht Deutsch" aus dem Jahr 1988.

Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule, Helferstorferstraße 5, 1010 Wien
T 01/42 77-274 44 | F 01/42 77-274 30 | service@politik-lernen.at

Bürozeiten: Montag bis Freitag 10.00-16.00 Uhr
Auftraggeber: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (Abteilung Politische Bildung)
Projektträger: Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte-Forschungsverein
Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule, Helferstorferstraße 5, 1010 Wien
T 01/42 77-274 44 | F 01/42 77-274 30 | service@politik-lernen.at