Wednesday 22. May 2013

Inhalt:


Geschlechtsspezifische Analyse einer Diskussion

Zu einem beliebten Thema wird eine Diskussion durchgeführt. Die Diskussionsbeobachtung soll zu einer Auflistung verschiedener typisch "weiblicher" oder "männlicher" Kommunikationsverhaltensweisen führen. Diese Auflistung wird im Anschluss analysiert.

Dauer 1 bis 2 Stunden
Schulstufe 9.-13. Schulstufe
Methoden Diskussion
Materialien Papier für Plakate
Kompetenzen
Urteilskompetenz, Handlungskompetenz
Zielsetzungen
Ziel ist es, die SchülerInnen bezüglich ihres eigenen Kommunikationsverhaltens zu sensibilisieren und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Kommunikation aufzuzeigen.
Lehrplanbezug
Deutsch Politische Bildung
Quelle Servicestelle Politische Bildung (nunmehr Zentrum polis) (Hg.): Frauensache Politik, info-blatt zur Politischen Bildung, Nr. 1, April 2004.
Aktualisiert
18.03.2013

 

Ablaufbeschreibung

1. Schritt:
Zu einem beliebten Thema wird im Sesselkreis eine Diskussion durchgeführt. Eine Schülerin/ein Schüler übernimmt die Diskussionsleitung. Entweder wird die Diskussion auf Video aufgezeichnet oder (falls die Anzahl der SchülerInnen für eine Diskussion im Sesselkreis ohnehin zu groß wäre) man beauftragt eine Gruppe SchülerInnen, während der Diskussion die BeobachterInnenrolle einzunehmen und sich Aufzeichnungen zu machen.

2. Schritt:

Die Diskussionsbeobachtung soll sich an folgenden Fragen orientieren:

  • Wer benutzt welche Sprache? (Satzlänge, Art der Adjektive, Lautstärke etc.)
  • Wer bringt welche Beispiele?
  • Wer fragt häufiger nach?
  • Wer unterbricht wie oft wen?
  • Wer versucht sein/ihr Thema, seine/ihre Meinung durchzusetzen?
  • Welche Körperhaltung wird beim Sprechen eingenommen?
  • Welche Körperhaltung und Mimik zeigen die TeilnehmerInnen, wenn eine bestimmte Person spricht?

Ergebnis der Diskussionsbeobachtung sollen zwei Listen von typisch männlichen und typisch weiblichen Kommunikationsverhaltensweisen sein. Außerdem werden die DiskussionsteilnehmerInnen gebeten, ihre Selbstwahrnehmung bezüglich ihres Kommunikationsverhaltens in Schlagwörtern aufzuschreiben.

3. Schritt:

Zunächst schildern die BeobachterInnen, wie sie die einzelnen DiskussionsteilnehmerInnen wahrgenommen haben. Große Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung können zu lebhaften Debatten führen.

4. Schritt:

Zum Abschluss sollen die SchülerInnen auf einem großen Bogen Papier festhalten, welches Kommunikationsverhalten sie sich von ihren MitschülerInnen wünschen.

Alternative:

Eine Gruppe von SchülerInnen diskutiert zu einem Thema, wobei jede/r eine vorher (auf einem Zettel) definierte, für die beobachtenden MitschülerInnen allerdings nicht bekannte Geschlechterrolle spielt. Die BeobachterInnen sollen erraten, wer eine Frau und wer einen Mann spielt und ihren Tipp begründen. Am Ende der Diskussion sollen die DiskutantInnen begründen, warum sie bestimmte Verhaltensweisen und Sprachformen — wahrscheinlich sehr übertrieben — zur Darstellung eines Geschlechts verwendet haben. Insgesamt ist es das Ziel, die Klischees hinsichtlich Sprache und Verhalten kritisch hinterfragt werden.

 

Links + Medientipps

Themendossiers: Frauen- und Mädchenrechte

Politiklexikon für junge Leute: Gleichberechtigung, Frauenquote, Gender Mainstreaming


Oppermann, Kathrin/Weber, Erika: Frauensprache — Männersprache. Die verschiedenen Kommunikationsstile von Frauen und Männern, Zürich: Orell Füssli, 1997.

Geschlechterverhältnisse. Wochenschau Sek II, Schwalbach/Ts: Wochenschau Verlag, 2005.

Anhand von Texten können SchülerInnen den Fragen der Geschlechterrolle, der Geschlechterpolitik und des Gender Mainstreamings in unserer Gesellschaft nachgehen. Erhältlich beim Wochenschau Verlag.

Frauen in der Wissenschaft

Auf dieser Seite des Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr ist es möglich, auf einer Tour durch die Zeit verschiedene beeindruckende Frauengestalten kennenzulernen. Mit Texten in Deutsch und Englisch.

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Hg.): Unterrichtsprinzip Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Informationen und Anregungen zur Umsetzung ab der 5. Schulstufe , Wien 2003.

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Projektträger: Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte-Forschungsverein
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