Druckansicht - Freitag 30. Juli 2010
Arbeiten auf der wiki-Plattform PoliPedia.org zum Thema Grund- und Menschenrechte

 

Nach einer Einführung in PoliPedia.at und einem Brainstorming zu Menschen- und Grundrechten werden von den SchülerInnen auf der Basis von Internetrecherchen eigene WIKI-Beiträge verfasst.




Dauer4 Unterrichtseinheiten
SchulstufeAb der 7. Schulstufe
In der Sekundarstufe I wird das Thema Menschenrechte in den Webquests und in der Arbeit mit PoliPedia.at behandelt, in der Sekundarstufe II wird das Thema Menschenrechte um die Grund- und Bürgerrechte erweitert.
SchwerpunktkompetenzenPolitische Handlungskompetenz
Politische Sachkompetenz
Politikbezogene Methodenkompetenz
Methoden
  • Brainstorming (auf Basis aktueller Beispiele und Mediendebatten)
  • Mind map
  • Internetrecherche: Informationsaneignung und Informationsverarbeitung
  • Arbeitsteilige Gruppenarbeit mit Web 2.0
  • Kommunizieren und Präsentieren von Meinungen, Standpunkten, Positionen (Blog)
ZielsetzungSchülerInnen erarbeiten mithilfe des Internets eigenständig Wissen und eine eigene Position zum Thema Menschen- und Grundrechte und stellen diese medienadäquat im multimedialen Online-Schulbuch PoliPedia.at dar.

Vorbereitung und Materialien


Zugang zum Internet für alle SchülerInnen

Die LehrerInnen bereiten Webquests zum Thema vor (siehe Definition von Webquests weiter unten).
Um auf www.polipedia.at einen WIKI-Eintrag zu verfassen, einen Kommentar zu posten oder Multimediabausteine
hochzuladen, ist eine anonyme Registrierung nötig.
Vorgangsweise bei der Registrierung:

  • www.polipedia.at im Web-Browser aufrufen
  • in der rechten Spalte Benutzername und Passwort auswählen
  • auf das Bestätigungsmail im eigenen E-Mail-Account warten
  • einloggen
  • bestehende Wiki-Einträge bearbeiten oder neuen Artikel erstellen und Videos, Bilder oder YouTube-Clips dazu einbinden
Quelle

Ammerer, Heinrich/ Krammer, Reinhard/ Windischbauer, Elfriede: Politische Bildung konkret. Beispiele für kompetenzorientierten Unterricht. Wien: Edition polis, 2009.

 

Autorinnen: Gertraud Diendorfer, Petra Mayrhofer

 

Lehrplanbezug

 

Geschichte und Sozialkunde / Politische Bildung
Kernbereich 7. Schulstufe: „Menschen- und Kinderrechte und ihre Durchsetzung gestern und heute."
Kernbereich 9. und 10. Schulstufe: „Die Ideen der Aufklärung, Menschenrechte und Bürgerliche Revolution sowie deren Beitrag für die Entwicklung des modernen Verfassungsstaates mit seinen Partizipationsformen (Französische Revolution; Grund- und Menschenrechte; Bürgerliche Revolution von 1848; Verfassungsentwicklung)."
Kernbereich 11. Schulstufe: „Politisches Alltagsverständnis - die verschiedenen Dimensionen und Ebenen von Politik, Formen und Grundwerte der Demokratie und der Menschenrechte, Motivationen und Möglichkeiten politischer Beteiligungs-, Entscheidungs- und Konfliktlösungsprozesse."
Kernbereich 12. Schulstufe: „Es soll [SchülerInnen] bewusst gemacht werden, dass die Medien beträchtlich zu ihrer politischen Urteilsbildung beitragen. Sie sollen erkennen, dass die Expansion von Kommunikationstechniken den Menschen erhöhte Ausdrucks- und Partizipationschancen am politischen Leben durch „direkte" Demokratie per Knopfdruck, bessere politische Information, bessere Information durch Behörden ermöglicht, gleichzeitig sollen sie aber erfahren, dass ebenso durch Kommunikationsmedien Menschen durch zunehmende Passivität von einer direkten Beteiligung am politischen Leben abgehalten, von politischen Konflikten abgelenkt und durch finanzkräftige Interessensgruppen politischen Manipulationen ausgesetzt werden können. Sie sollen lernen, wie sie selbst Medien zu kritischer Urteilsbildung nutzen und dadurch ihre Handlungskompetenzen stärken." (Unterrichtsprinzip Medienerziehung)


Unterrichtsprinzip Politische Bildung 

 

Methodisch-didaktische Hinweise

 

Webquests sind Internetrechercheprojekte, die auf Fragen basieren. Die Fragen orientieren sich am Niveau der SchülerInnen und dienen dazu, ihnen einen vordefinierten Rahmen bei der Bearbeitung der Aufgabe mitzugeben, damit sie sich im Internet besser zurechtfinden können. Die LehrerInnen recherchieren vorab interessante und informative Links und Webseiten, auch um Zeit zu sparen und um bei den SchülerInnen, insbesondere bei den jüngeren, Frustrationserlebnisse zu vermeiden. Zudem werden Webquests „in aller Regel in arbeitsteiliger oder aufgabengleicher Gruppenarbeit" durchgeführt (vgl. Frech, 2004).


Das Web 2.0 wird salopp auch manchmal als „Mitmach-Internet" beschrieben, weil im Web 2.0 alle BenutzerInnen die Möglichkeit haben, selbst Inhalte im Internet zu erstellen, wie hier auf PoliPedia.at. Die Inhalte der Seite kommen folglich nicht nur von den AnbieterInnen einer Internetseite, sondern auch und vor allem von den BenutzerInnen. Außerdem gibt es auf vielen Seiten die Möglichkeit, dass sich die BenutzerInnen untereinander vernetzen. In den FAQs (Frequently Asked Questions, also die häufig
gestellten Fragen) auf www.polipedia.at findet man dazu weitere Erstinformationen und nützliche Antworten.


Auf der Wiki-Plattform www.polipedia.at - eine Art multimediales „Online-Schulbuch", das gemeinsam (kollaborativ) erarbeitet wird - können die SchülerInnen also Texte schreiben oder auch selbst gemachte Audio- bzw. Videodateien, Grafiken und Bilder hochladen und auf diese Art und Weise ihre recherchierten Informationen und Materialien und ihr erarbeitetes Wissen präsentieren, das wiederum von anderen konsumiert und / oder weiterbearbeitet werden kann. Wikiplattformen wie PoliPedia.at bieten die Möglichkeit, dass Arbeitsschritte und -prozesse von allen gemeinsam bearbeitet werden können (Button „Seite bearbeiten"). Bestehende Einträge können also erweitert und verändert werden. In der „Historie" (Button „Historie") sieht man die Stufen des Verschriftlichungsprozesses, also die erste Fassung des Eintrags, die zweite etc., und kann auch die verschiedenen Versionen vergleichen. Damit wird nachvollziehbar,
wie und von welchem User der Eintrag bearbeitet wurde. Alle Einträge sind miteinander verlinkt (Hyperlinkstruktur). Außerdem können die UserInnen Beiträge anlegen, die ihrer Meinung nach auf Poli-Pedia.at fehlen: Dazu wird der betreffende Begriff in einem bestehenden Eintrag vom User gekennzeichnet, sodass er in roter Farbe mit einem Fragezeichen aufscheint (z.B. „Grundrechte?"). Bei einem Klick auf ein solcherart markiertes Wort kann der User / die UserIn gleich diesen fehlenden Eintrag bearbeiten. Die Regeln, die auf PoliPedia.at gelten, finden sich in der „Netiquette" der Community.
In den Blogs („Blog:Themen") wird die Meinungsbildung und Interaktion mit anderen Jugendlichen der heterogenen InternetuserInnen-Community gefördert, und der „Blog:Storytelling" bietet die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen zu schildern und an andere weiterzugeben. Hinweise zum Erstellen von Wiki-Einträgen finden Sie online in der „Guideline für das Erstellen eines WIKI-Eintrags" und in der Rubrik FAQ (Frequently Asked Questions). Das Projektteam von PoliPedia.at führt auch kostenlose Workshops zur
Arbeit mit PoliPedia.at durch.


Die in den Stunden 1-2 erarbeiteten Informationen werden von den SchülerInnen auf der WIKI-Plattform PoliPedia.at verschriftlicht und dann in der Klasse präsentiert. Damit werden einerseits Arbeitswissen und Sachkompetenz erworben, gleichzeitig aber auch Methodenkompetenz, indem die SchülerInnen ihre gewonnenen Erkenntnisse dokumentieren. Dieser Arbeitsprozess erfüllt zwei Funktionen: Durch die Verwendung von Web 2.0 auf www.polipedia.at werden SchülerInnen auf der einen Seite zu  „ProsumentInnen" (Alvin Toffler), d.h. sie produzieren und konsumieren eigenständig die Inhalte der Plattform, erwerben damit Handlungskompetenz und ein eigenverantwortliches Partizipationsverhalten. Zweitens schreiben die SchülerInnen in Form dieses Wiki-Guides an „ihrem" multimedialen Online-Schulbuch selbst mit, der Wissenserwerb orientiert sich in der Klassensituation damit weg von einer  Antwortorientiertheit hin zu stärker selbstorganisierten Lernprozessen und einer Kultur der aktiven Partizipation.


Im folgenden Unterrichtsvorschlag wird das Arbeiten mit Webquests und PoliPedia.at beispielhaft am Thema Grund- und Menschenrechte gezeigt. Dieser Unterrichtsvorschlag kann natürlich je nach Klassensituation ausgeweitet werden bzw. auch auf andere Themen angewandt / adaptiert werden.

 

Methodische Anmerkung zur Zeitangabe:
Wenn man schon öfters mit Web 2.0 bzw. konkret mit PoliPedia.at gearbeitet hat, geht das Einloggen etc. schneller als beim ersten Mal, wo diese Medienkompetenz erst erworben werden muss.

 

1. Unterrichtseinheit

 

1.1. Einführung in das Arbeiten mit PoliPedia.at

Die / der LehrerIn stellt den Jugendlichen PoliPedia.at kurz vor und führt damit in die Aufgabenstellung - Informationen auf www.polipedia.at medienadäquat online zu bringen - ein. 

Wichtig ist es, die Jugendlichen auf die Regeln von PoliPedia.at, die so genannte „Netiquette", aufmerksam zu machen, insbesondere jene bezüglich der Quellenangabe und der Glaubwürdigkeit von Internetquellen.


1.2. Brainstorming

  • Nur Sekundarstufe I: Was verbinden die SchülerInnen mit Menschenrechten?
  • Nur Sekundarstufe II: Was verbinden sie mit Menschen- und Grundrechten? Gibt es Unterschiede zwischen diesen beiden Kategorien?
  • Erinnern sie sich an aktuelle Debatten in den Medien, bei denen diese eine Rolle gespielt haben, Thema waren?
  • Wer garantiert diese Rechte? Wo sind sie festgeschrieben?
  • In welcher Gesellschaft würden wir leben, gäbe es diese Rechte nicht?

Mit dem Brainstorming soll an Vorstellungen und Meinungen, Wissen von SchülerInnen oder aktuelle Debatten angeknüpft werden. Falls bereits Vorwissen im Rahmen des Geschichtsunterrichts erarbeitet wurde, soll dieses aktiviert werden und ins Brainstorming einfließen.
Das Brainstorming kann in Form einer Mindmap (auf Packpapier) festgehalten und anschließend mit Handy oder Digitalkamera fotografiert werden, um diese Mindmap in der 3. Arbeitsstunde (7. Schritt für die Sekundarstufe I) hochladen zu können (ein Beispiel für eine Mindmap findet man auf www.polipedia.at im „Blog:Themen" auf Seite 2).

 

2. Unterrichtseinheit: Internetrecherche mithilfe von Webquests

 

Es wird nun mit Hilfe eines Webquests eine Internetrecherche durchgeführt:
1. Schritt: Vorstellen der konkreten Aufgabenstellung anhand der vorbereiteten Fragen
(siehe Arbeitsblätter 1 und 2)
2. Schritt: Gruppenbildung
3. Schritt: Beschreibung des Arbeitsprozesses und Vorstellung des Materialangebots (= angegebene Internetadressen auf Arbeitsblatt 1 bzw. Arbeitsblatt 2)
In der Arbeitsgruppe soll vorweg auch besprochen werden, wie die Informationsrecherche als Zwischenergebnis gesichert wird; z.B. kann man Informationen ausdrucken, kopieren (dabei gleich auf später benötigte Zitier- und Quellenangaben achten) oder gleich Zusammenfassungen in ein Word-Dokument schreiben etc.
4. Schritt: Internetrecherche
5. Schritt: Diskussion und Arbeit in der Kleingruppe > Zwischenergebnisse werden in der Kleingruppe besprochen, es kommt zur Vorbereitung der folgenden Umsetzung der Ergebnisse der Gruppen, also dem Verfassen von Wiki-Einträgen auf www.polipedia.at (siehe Schritt 6):


3.-4. Unterrichtseinheit: Arbeitsschritte 6-9


6. Schritt: Festhalten und Verschriftlichen der Ergebnisse auf PoliPedia.at (= Präsentation und Auswertung des Arbeitsprozesses): Basierend auf ihren durch die Internetrecherche gefundenen Informationen sollen die SchülerInnen bei diesem Arbeitsschritt auf www.polipedia.at die arbeitsteilig gestellten Aufgaben bzw. die Fragen beantworten, indem sie Wiki-Einträge verfassen und da mit ihr gewonnenes Wissen veröffentlichen. Die SchülerInnen registrieren sich dafür auf www.polipedia.at (siehe auch „Guideline für das Erstellen eines WIKI-Eintrags").
Je nach Altersgruppe gibt es nachfolgend zwei Varianten:


Variante 1 für die Sekundarstufe I
7. Mindmap mit Begleittext im „Blog:Themen" auf www.polipedia.at hochladen
8. Verfassen von Wiki-Einträgen zu folgenden Themen:
Arbeitsgruppe 1: Menschenrechte (Definition)
Arbeitsgruppe 2: Entwicklung der Menschenrechte
Arbeitsgruppe 3: Amnesty International, UNO

 

Variante 2 für die Sekundarstufe II
7. Verfassen von Einträgen (je nach Arbeitsgruppe und Gruppenauftrag) zu Menschen- und Grundrechten, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit etc. oder
8. „Blog:Storytelling": In diesem Blog können die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema schildern (z.B. Begegnung mit MenschenrechtsaktivistInnen etc.).
9. Auswertung und kritisches Reflektieren des Arbeitsprozesses:
Nun präsentieren die SchülerInnen den anderen, was sie auf www.polipedia.at online gestellt haben.
Gemeinsam sollen dann folgende Punkte diskutiert werden:

  • Entspricht der Beitrag auf PoliPedia.at der Netiquette (Regeln auf PoliPedia.at)?
  • Wichtig ist hier insbesondere die Frage nach der Quellenangabe: Ist die Quelle genannt? Warum ist eine Quellennennung wichtig?
  • Ist der Eintrag informativ und bündig? Was könnte man noch hinzufügen?
  • Zusätzlich bei einem Blog-Eintrag: In der Klasse kann nun ein Meinungsaustausch stattfinden.

Ergebnisse dieser Reflexionsrunde sollen wieder auf www.polipedia.at einfließen.

 

Unterlagen / Downloads

 

Materialien von PoliPedia:

  • Mitschreiben (www.polipedia.at > Mitschreiben)
  • FAQs (www.polipedia.at > FAQ)
  • Netiquette (www.polipedia.at > Netiquette)
  • Infomaterial (www.polipedia.at > Infomaterial)
  • Guideline für das Erstellen eines WIKI-Eintrags (www.polipedia.at > Infomaterial > Guideline für das
  • Erstellen eines WIKI-Eintrags)
  • PoliPedia (www.polipedia.at > PoliPedia)

Arbeitsblätter:

 

Links / Medientipps / Literatur



 

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Kontakt | Information


Elisabeth Turek

T 01/42 77-274 27

elisabeth.turek@politik-lernen.at



 

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